Unsere Kartoffeln

Qualitäts-Speisekartoffeln

Leyla, „die Frühe“

Mitte Juni beginnt die Ernte unsere Frühkartoffeln. Mit einem 2-reihigen Vorratsroder werden die Kartoffeln „in Schwatt“ gelegt, d.h. in einer Reihe auf die Erde. Dort können sie abtrocknen und werden dann von Hand in Kisten gesammelt. Zu Hause werden die Kisten noch gewogen und dann verkauft. Diese sehr schonende Behandlung ist notwendig, da die frühen Kartoffeln noch nicht schalenfest sind.

 

Belana, “die Feste“

Unsere Hauptsorte heißt Belana. Die Belana ist eine festkochende Kartoffel. Sie hat eine schöne, tiefgelbe Farbe mit einem wunderbar kräftigem Geschmack, die im Septembergerodet wird. Mit ihr gelingen Salzkartoffeln genauso wie Bratkartoffeln, Kartoffelgratin oder Kartoffelsalat. Oder einfach mal mit Sour-Creme zum Grillen.

 

Laura, „die Rote“

Eine rotschalige Kartoffel, die sehr gelbfleischig und nicht ganz festkochend (vorwiegend festkochend) ist.

 

Marabell, „die Mehlige“

Eine Kartoffel für die Kunden, die lieber eine mehlige Kartoffel essen. Die Marabell eignet sich auch prima für Eintöpfe oder Kartoffelmus.

 

Alle Sorten sind in Gebinden von 2,5 kg bis 12,5 kg erhältlich oder auch lose à 12,5 kg.

Der Weg der Kartoffeln vom Pflanzen über das Einlagern bis in den Laden

Im September und Oktober roden wir mit einem Vollernter die Kartoffeln. Der „kleine Fendt“ zieht dabei den Roder und auf der Maschine sammeln 2 – 3 Leute Erde, Steine und beschädigte Kartoffeln vom Band. Die Kartoffeln werden auf dem Feld in 1,5 to große Kisten gefüllt und ins Lager gefahren.

Die Kartoffeln werden bei 4 Grad Celsius gelagert. Sie werden weder bepudert, noch begast! Zum Sortieren werden die Kartoffelkisten zum Anwärmen in die Sortierhalle geholt. Wenn die Kartoffeln ca. 8 Grad erreicht haben, können sie sortiert werden. Nachdem die Kartoffeln die Bürste passiert haben, werden auf dem Verlesetisch die grünen und die beschädigten Kartoffeln per Hand aussortiert. Danach laufen die Kartoffeln über verschiedene Siebe und werden nach Größen unterteilt. Die vollautomatische Abpackmaschine füllt dann die Kartoffeln in die Säcke ab, die dann auf Palette oder auf „Rollis“ gestapelt werden.

Der Siegeszug der Kartoffel

Bis die Kartoffel ihren Siegeszug in Europa und Deutschland antreten konnte, lag eine lange Reise vor ihr. Ihr Ursprung lag in den südamerikanischen Anden. Noch heute werden dort knollenbildende Wildformen gefunden. Schon die Indianer kannten den Wert der Kartoffel. Bei den Inkas zählte sie zu den Grundnahrungsmitteln.

Die Spanier lernten die Kartoffel als Kulturpflanze bei ihren Eroberungszügen (1525 – 1543) durch Peru und Chile kennen. Sie brachten um 1555 die ersten dieser rotschaligen, violettblühenden Pflanzen nach Spanien. Etwa 10 Jahre später wurden die gelbschaligen Kartoffeln mitweißen oder violettem Blüten von Venezuela nach England und Irland eingeführt. Bei der Ausbreitung über Europa vermischten sich die Sorten. Trotzdem sollte es noch etwa 200 Jahr dauern, bis die Kartoffel wirtschaftlich an Bedeutung gewann.

Carolus Clusius pflanzte 1589 die ersten Kartoffeln in Deutschland. Der Gelehrte, Arzt und Botaniker war es auch, der Dank seiner Beziehungen zu anderen Botanikern und reichen Bürgern für die Verbreitung sorgte. Zuerst wurde die Kartoffel als Zierpflanze in Gärten gehalten. Auch als Heilmittel war sie bekannt. Zur Eigenversorgung wurde sie wahrscheinlich während des 30-jährigen Krieges in den Hausgärten Süddeutschlands gepflanzt. Als Handelsware wird sie erstmals 1757 in den Frankfurter Marktberichten erwähnt – der Beginn ihrer kommerziellen Nutzung als gehandeltes Nahrungsmittel.

Schwerpunkt des deutschen Kartoffelanbaus war Preußen. Bedingt durch Kriege und daraus resultierende Not wurde ihr Anbau intensiviert. Sogar die Politik nahm Einfluss auf den Kartoffelanbau. König Friedrich der Große erließ 1756 den berühmten „Kartoffelbefehl“, der die Bauern zum Anbau der Kartoffel zwang. Der preußische Pro-Kopf-Verbrauch an Kartoffeln soll 1875 bereits 120 Kilogramm betragen haben.

Das Kartoffellied

Zu der Melodie „Auf der Schwäbschen Eisenbahne“

Alle Menschen groß und kleine
Leben nicht vom Brot alleine
Auch Kartoffeln müssen sein,
denn die schmecken immer fein.
Trulla trulla trullala, trulla trulla trullala,
denn die schmecken immer fein.

Montags weiß ich, was ich koche –
S’ist der erste Tag der Woche.
Montags gibt’s Kartoffelbrei,
Speck und Zwiebel auch dabei.

Dienstag möchte’ ich Euch vertellen
Muss ich die Kartoffel pellen.
Dienstags schmeckt ganz delikat
die Kartoffel als Salat.

Mittwoch woll’n wir mal versuchen,
den Kartoffelreibekuchen.
Mittwochs steht auf unserem Tisch
Leck’rer Puffer, krosch und frisch.

Donnerstag, da koch ich Klöße
Alle von egaler Größe.
Donnerstags schmeckt tadellos
Die Kartoffel uns als Kloß.

Freitags brauch’ ich die Friteuse
Dass darin das Fett auflöse.
Freitags, ja das ist kein Witz,
gibt’s Kartoffeln als Pommes frites.

Samstag essen Ruth und Stoffel
Gerne uns’re Bratkartoffel.
Samstags putzen alle weg
Bratkartoffel mit viel Speck.

Sonntag und am siebten Tag der Woche
ich mal Salzkartoffeln koche.
Sonntags wir gar fröhlich „mampfen“,
wenn die Salzkartoffeln dampfen.

Mancher rühmt mit großen Worten
auch noch die Kartoffelsorten.
Auch daran sieht jedermann
was man mit Kartoffeln kann.

Drum wollen wir in munt’rer Weise
immer die Kartoffeln preisen,
wie in diesem Liedchen noch:
„Die Kartoffel lebe hoch!“